Phakic IOLs:
Intraokulare Linsen zur Korrektur der hohen Myopie bzw. Hyperopie

 

 

 

Hohe Kurzsichtigkeit und Weitsichtigkeit können auch durch das Einsetzen einer zusätzlichen Kunstlinse in das Auge, die den jeweiligen Brechkraftfehler korrigiert, ausgeglichen werden. Kunstlinsen werden vorzugsweise dann eingesetzt, wenn die Verfahren der Hornhautchirurgie nicht mehr in Frage kommen oder an ihre Grenzen stoßen, weil z.B. die Hornhaut zu dünn ist.

Die Kunstlinsenimplantation zeichnet sich durch das hohe Potential ihrer genauen Vorhersagbarkeit, die Reproduzierbarkeit des operativen Erfolges und die Reversibilität des Eingriffes aus. Zur Sicherheit des Verfahrens trägt bei, dass die intraokulare Anatomie oder Physiologie des Auges nicht verändert wird: Es wird weder das Zentrum der Hornhaut berührt noch anderweitig die Anatomie des Auges verändert.

Ablauf der Linsenimplantation

Man unterscheidet prinzipiell zwischen zwei verschiedenen Intraokularlinsen:
Die Vorderkammerlinsen (VKL) werden vor die Regenbogenhaut implantiert und oft an ihr befestigt. Die Hinterkammerlinsen (HKL) dagegen werden hinter der Regenbogenhaut und vor der körpereigenen Linse platziert. Der Operationsablauf, der sich zwischen beiden Verfahren etwas unterscheidet wird hier vorgestellt.

Ausgangssituation vor Linsenimplantation

Ausgangssituation vor Linsenimplantation: Am Rand der Hornhaut wird vom Operateur ein kleiner Schnitt (ca. 3 - 5 mm) angelegt. Zunächst wird oben in der Mitte (man spricht hier analog einer Uhr von der 12 Uhr Position) ein kleines Dreieck aus der Regenbogenhaut geschnitten. Diese sogenannte Iridektomie soll die Zirkulation des Kammerwassers postoperativ verbessern bzw. erhalten.

Vorderkammerlinsen-Implantation

Über diese Öffnung wird die Vorderkammerlinse in die vordere Augenkammer eingeschoben und mit zwei flexiblen Häkchen an der Regenbogenhaut oder zwischen Hornhautrückfläche und Regenbogenhaut befestigt.
Die Hinterkammerlinse wird mit einem Injektor in das Auge injiziert.

 
Da die Pupille weitgestellt ist, können die Bügelchen einfach hinter die Regenbogenhaut geschoben werden
Anhand dieser beiden Bilder kann die Position der Kunstlinse verglichen werden.
Vorderkammerlinse im Auge Hinterkammerlinse im Auge

Nach der Operation kann man bei genauem Hinschauen eine Vorderkammerlinse im Auge sehen. Eine Hinterkammerlinse ist dagegen für das bloße Auge unsichtbar. Der kleine Schnitt in der Regenbogenhaut wird in der Regel vom Oberlid verdeckt.

Simulieren Sie hier die Implantation einer Vorder- und Hinterkammerlinse

Generelle Hinweise
In der Regel werden beide Augen an einem Tag operiert. In den meisten Fällen können Sie eine Woche nach dem Eingriff wieder arbeiten und autofahren. Sie sollten daher mindestens eine Woche Urlaub einplanen. Kontrollen finden am Tag nach der Operation sowie 3-5 Tage und 1-2 Wochen später statt. Die Abschlusskontrolle erfolgt in der Regel nach ca. 8 Wochen.


Anwendungsbereich der phaken Linsen

In das Auge eingesetzte Kunstlinsen dienen dem Ausgleich der hohen und extrem hohen Kurzsichtigkeit bzw. Weitsichtigkeit. Kunstlinsen werden heute hauptsächlich zur Korrektur der hohen Kurzsichtigkeit ab ca. -10 dpt eingesetzt. In Kombination mit der LASIK können auch noch höhere Brechkraftfehler und ein evtl. vorhandener Astigmatismus ausgeglichen werden (Bioptics).
Kunstlinsen werden entweder zusätzlich zur normalen Augenlinse in das Auge eingesetzt (ICL/Artisan), oder mit der Augenlinse ausgetauscht (CLE). In Deutschland wird die ICL seit 5 Jahren und die Artisan seit 10 Jahren angewendet. Es hat sich gezeigt, dass sie eine sinnvolle Ergänzung zu den anderen Verfahren der Refraktiven Chirurgie darstellt.

Das Ziel der Kunstlinsen ist somit die Unabhängigkeit von einer Brille bzw. von Kontaktlinsen.

   
         

 

 

Typischer Verlauf und Heilung nach der Operation

Das Einsetzen der Kunstlinse ist ein ambulanter Eingriff, zur Betäubung sind zumeist lediglich Augentropfen erforderlich.
Beide Augen werden mit einem Abstand von ca. 1 Woche operiert.
Am Operationstag wird das Auge verbunden. Bereits am Tag nach der Operation ist Ihr Sehvermögen gut, die endgültige Stabilität wird aber erst nach ca. 8 - 12 Wochen erreicht.

Für wen sind phake Linsen geeignet?

Kunstlinsen werden vor allem bei hoher und extremer Kurzsichtigkeit (ab ca. -8 dpt) und bei hoher und extremer Weitsichtigkeit (ab ca. +5 dpt) angewandt.

Bei jüngeren Patienten, die noch keine Lesebrille benötigen, wird i.d.R. eine Kunstlinse zusätzlich zur normalen Augenlinse eingesetzt. Bei älteren Patienten wird häufig der Austausch der Augenlinse gegen eine Kunstlinse der passenden Stärke gewählt.

Neben der Höhe der Fehlsichtigkeit sind auch noch der Durchmesser der Pupille bei Dunkelheit sowie die Dicke der Hornhaut und weitere Parameter von Bedeutung. Diese Parameter werden anlässlich Ihrer Erstuntersuchung in einem der FreeVis LASIK Zentren bestimmt. In einem ausführlichen Aufklärungsgespräch wird mit Ihnen diskutiert, welches Verfahren für Sie geeignet ist.

Für wen sind phake Linsen nicht geeignet?

Patienten mit chronisch fortschreitenden Augenerkrankungen wie z.B. Grünem Star (Glaukom), gewissen Netzhauterkrankungen oder vor Vollendung des 18.Lebensjahres sind grundsätzlich für diese Operation nicht geeignet.

Ist eine Nachoperation möglich?

Ja! Grundsätzlich gilt, dass durch die Kunstlinse die Fehlsichtigkeit erheblich reduziert wird. Jedoch kann nicht in allen Fällen eine völlige Unabhängigkeit von einer Fernbrille erreicht werden.
Besteht noch eine Restfehlsichtigkeit, so kann einige Wochen nach dem Einsetzen der Kunstlinse der Restfehler mittels einer Laseroperation, der sog. LASIK, korrigiert werden.

   
         
 

Behandlungskosten

Die Kosten für die Entfernung der Augenlinse und den Ersatz durch eine künstliche Linse werden nur übernommen, wenn bei Ihnen eine Trübung der Augenlinse, ein sog. Grauer Star, besteht. Wählen Sie die Operation lediglich, um auf eine Brille verzichten zu können, so gilt der Eingriff als Verfahren der refraktiven Chirurgie und ist nicht erstattungsfähig.
In diesem Fall werden die Kosten der Kunstlinsen und der Operation weder von der gesetzlichen noch von der privaten Krankenversicherung erstattet.
Dies gilt auch für die erforderlichen Voruntersuchungen und die Nachkontrollen bis 3 Monate nach der Operation. Ebenso werden die Kosten einer evt. Nachoperation mittels LASIK nicht erstattet. Die Abrechnung der Behandlung erfolgt nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ).

Sie können gern die Kosten für eine Operation mit Implantation einer Intraokularlinse bei uns erfragen.
Bitte sprechen Sie uns an, falls Sie an einer Finanzierung interessiert sind.

   
         
   

Welche Probleme können mit Kunstlinsen auftreten?

Vor allem bei Dämmerung oder Dunkelheit und damit bei weiter Pupille kann es durch Lichtbrechung am Rand der Kunstlinse zu vermehrter Blendung kommen (Blendung und Lichthöfe (Halos)).
Zudem liegen mit den neueren und modernen Kunstlinsen noch keine
Langzeitergebnisse über viele Jahre vor. Ausserdem handelt es sich um eine Operation im Inneren des Auges, so dass in extremen Ausnahmefällen auch schwerwiegende Nebenwirkungen nicht ausgeschlossen werden können.

Weitere Probleme, die Sie nicht beeinflussen können sind:

  • Infektion, Pupillenverziehung, grauer Star, Sekundärglaukom, Hornhauttrübungen
  • Nachstar
   
         
   

Was können Sie tun, um mit Kunstlinsen gut zu sehen?

  • Reiben Sie in den ersten Tagen nach der Operation nicht die Augen!
  • Benutzen Sie regelmäßig die mitgegebenen Augentropfen; wenden Sie die Augentropfen jedoch nur so lange an, wie es Ihr Arzt angeordnet hat; längere Anwendung der hochwirksamen Medikamente könnte Ihren Augen Schaden zufügen.
  • Nehmen Sie die geplanten Nachuntersuchungstermine wahr.
  • Kommen Sie einmal jährlich zur Kontrolluntersuchung, um evt. Langzeitschäden rechtzeitig erkennen zu können.
  • Suchen Sie bei starken Schmerzen oder plötzlicher Sehverschlechterung sofort Ihren Augenarzt auf.

 

   
         
   

Aufklärungsmaterial zum Drucken und Downloaden

Haben wir Ihr Interesse geweckt? Wir laden Sie ein, sich unser Aufklärungsmaterial auszudrucken oder downzuloaden.

Vor der endgültigen Entscheidung, welches der genannten Verfahren für Sie optimal geeignet ist, muss in jedem Fall eine Untersuchung in einem FreeVis LASIK Zentrum durchgeführt werden. Anlässlich dieser Untersuchung werden Ihre Augen exakt vermessen und Sie werden durch den behandelnden Arzt umfassend beraten. Sie können Ihre Kontaktlinsen bis zu dieser
Untersuchung tragen. Bringen Sie jedoch bitte auch Ihre aktuelle Brille mit. Erst nach der Entscheidung zur Kunstlinse ist vor der Voruntersuchung zur Operation eine Kontaktlinsenpause von ein bis zwei Wochen erforderlich.
Gern beantworten wir auch Ihre Fragen.

Patientenflyer zur phaken IOL  
     
    FreeVis Checkliste: Empfohlenes Verhalten vor und nach der OP
(PDF, 56 KB)
     
Patientenflyer zur Veriflex phaken IOL   Patientenflyer zur multifokalen IOL
     
Die Veriflex Phake
Intraokularlinse
(PDF, englisch, 2,8 MB)
  Implantation multi-
fokaler Intraokular-
linsen
(PDF, 920 KB)