Fremdkörpergefühl und rote Augen nach LASIK

NEWSLETTER     11/2001 (November 2001)

Häufig klagen Patienten über ein vermehrtes Sandkorn- oder Fremdkörpergefühl nach der LASIK-Operation, manchmal auch verbunden mit einer Rötung der Augen. Dies sind Symptome für ein sogenanntes "trockenes Auge". Eigentlich ist der Begriff irreführend, denn nicht immer tritt ein tatsächlicher Mangel an Tränenflüssigkeit auf.

Der menschliche Tränenfilm besteht zu bestimmten Anteilen aus Eiweißen, Fetten und Wasser. Sobald das Gleichgewicht zwischen diesen Bestandteilen gestört ist, ändern sich die Eigenschaften der Flüssigkeit und es können unangenehme Symptome auftreten. Zum Beispiel kann die Haftung der Tränen an der Hornhaut herabgesetzt sein, so dass der Tränenfilm vorzeitig aufreisst oder die Hornhautoberfläche nicht gleichmäßig benetzt wird.

Verschiedene Studien haben untersucht, warum Patienten nach LASIK vermehrt über Symptome des trockenen Auges berichten. Voneinander unabhängige Forschergruppen stellten fest, dass nach dem Eingriff die zentrale Hornhautempfindlichkeit im Vergleich zu unbehandelten Patienten herabgesetzt war. Ausserdem war die Lipid-(Fett)schicht der Tränenflüssigkeit vermindert. Im Vergleich der Augenlaser-Methoden waren diese Symptome nach LASIK stärker als nach PRK. Als Ursache wird die Durchtrennung feinster Nerven bei der Präparation des Hornhautdeckelchens ("flap") durch das Mikrokeratom genannt.

Was Sie wissen sollten:

Die beschriebenen Veränderungen und damit die Beschwerden können Wochen oder aber in seltenen Fällen auch 6 bis 12 Monate andauern.
Sie können mit Schwankungen der Sehschärfe einhergehen.
Die Symptome können in der Regel mit Tränenersatzmitteln (Augentropfen) behandelt werden.
Bei Patienten, die bereits präoperativ an "trockenen Augen" leiden, besteht ein erhöhtes Risiko für postoperative Beschwerden.