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Die wellenfront-gesteuerte LASIK
NEWSLETTER 10/2003 (Oktober 2003)
Seit der Einführung des Aberrometers vor gut 3 Jahren wurde in
der Presse häufig und ausführlich über die "massgeschneiderte
LASIK" berichtet. Doch ist dieses Verfahren der Standard-LASIK
wirklich überlegen? Welche Vor- oder Nachteile bietet es?
Das Aberrometer, welches auf der Wellenfrontanalyse beruht, sendet
einen Laserstrahl durch das Auge auf die Netzhaut. Das Licht wird durch
den Glaskörper, die Linse, die Pupille und die Hornhaut zurückgeworfen.
Ein Sensor misst nun die Irregularitäten des reflektierten Lichts
(Wellenfront) an über 50 verschiedenen Punkten und produziert eine
präzise, dreidimensionale Landkarte des visuellen System Auge inklusive
aller Irregularitäten bzw. Aberrationen. Mit Hilfe dieser Untersuchung
können auch Aberrationen höherer Ordnung festgestellt werden,
die z.B. Halos, Glare oder verschwommene Bilder verursachen können.
Die gewonnenen Daten fließen in eine mathematische Formel ein,
die wiederum vom Chirurgen genutzt wird, um den Laser zu programmieren.
Damit ist es theoretisch möglich, Brechkraftunterschiede des Auges
durch unterschiedlichen Gewebeabtrag an verschiedenen Stellen der Hornhaut
zu berücksichtigen.
Demzufolge kann die wellenfront-gesteuerte LASIK unter Umständen
in Augen mit Abberationen höherer Ordnung oder irregulären
Astigmatismen die optische Qualität verbessern. Im Gegensatz dazu
bringt die wellenfront-gesteuerte LASIK in Augen ohne Irregularitäten
oder Aberrationen keinen Vorteil.
Der Hauptvorteil der wellenfront-gesteuerten LASIK ist jedoch der Erhalt
oder die Verbesserung des Dämmerungssehen nach dem refraktiven
Eingriff. Ob der Einsatz der wellenfront-gesteuerten LASIK für
Sie vorteilhaft ist, kann im Rahmen einer umfassenden Voruntersuchung
festgestellt werden.
Die strenge amerikanische FDA Behörde (Food and Drug Administration)
hat bisher drei LASIK-Systeme mit Wellenfront-Analyse zum Einsatz freigegeben:
das LADARWave Customized Ablation System der Firma Alcon, das VISX Custom
Vue System und das Zyoptix System der Firma Bausch & Lomb. Letzteres
wird in den FreeVis LASIK Zentren eingesetzt.
Die Wellenfront Technologie wird außerdem bei der Entwicklung
von Kontaktlinsen und intraokularen Kunstlinsen sowie bei der Diagnostik
von Netzhauterkrankungen angewendet.
Quelle:
Pressemitteilung der American Academy of Ophthalmolgoy (AAO)
vom 3. Oktober 2003: Wavefront LASIK Advances Refractive Surgery
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