Stiftung Warentest zu Augenlaseroperationen im Ausland: Finanzielle Vorteile werden mit höheren Risiken erkauft

NEWSLETTER     08/2006 (August 2006)

Augenlaserzentren in der Türkei bieten die beidseitige Korrektur der Fehlsichtigkeit schon für rund 1.000 Euro an. Dies klingt verlockend - kostet doch der gleiche Eingriff in Deutschland zwischen 2.000 und 5.000 Euro. "Test" schickte zur Beurteilung der Qualität türkischer Augenlaseranbieter einen Augenarzt nach Istanbul. Dieser erschien zu Voruntersuchungen im EyeStar Lasik-Institut und im Instanbul Cerrahi Hastanesi (Augenlaser Instanbul, u.a. Dr. Sinan Göker). In beiden Kliniken wurde die Voruntersuchung vor allem danach ausgerichtet, möglichst schnell alle notwendigen Informationen für eine LASIK-Operation zu gewinnen. Wichtige Teile der sonst üblichen umfassenden Voruntersuchung entfielen, eventuelle Risiken oder Ausschlusskriterien für die LASIK wurden nicht ermittelt.

Der Augenarzt schätzte die Aufklärung über mögliche Risiken als völlig unzureichend ein. Trotz teilweise sachlicher Information wurden wichtige Aspekte der Aufklärung - wie z.B. Risiken - weggelassen und erst beim gezielten Nachfragen besprochen: Die Testperson wurde von keinem der beiden untersuchenden Ärzte von selbst auf Blendungen, reduziertes Kontrastsehen oder eine eventuell bestehende Restfehlsichtigkeit hingewiesen.

Darüber hinaus: Trotz anders lautender Werbeversprechen sprachen in beiden Laserzentren die Ärzte und Angestellten nur unzureichend Deutsch, so dass die wichtigen Gespräche - gespickt mit medizinischen Fachbegriffen - nur in English möglich waren. "Test" schlussfolgert: "... ein vertrauensvolles Arzt-Patienten-Gespräch [ist] fast unmöglich und eine verständliche Aufklärung über die OP und ihre Folgen kaum zu erhalten. Zudem entfallen die üblichen regelmäßigen Nachuntersuchungen."

Quelle:
Test 8/2006, Seite 91 [online --- Suchen Sie nach "Augenlasern"]