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FreeVis Aktuell

LASIK unter besonderen Anforderungen

Juli 2008

Nach der Zulassung der LASIK fĂŒr Navy-Piloten und Astronauten widmen wir uns Studien, die den Effekt extremen Bedingungen auf das normale und auch LASIK-operierte Auge untersuchen.


Extreme Höhen und LASIK

Bei sehr geringem Umgebungsdruck in großen Höhen kommt es zu einer Dickenzunahme der Hornhaut, wahrscheinlich durch eine verminderte Funktion der innersten Schicht der Hornhaut, des Endothels (Diming et al. 2003). Mader und Mitarbeiter untersuchten im Auftrag der US Navy die Refraktion, Hornhauttopographie und Hornhautdicke wĂ€hrend und nach einem dreitĂ€gigen Aufenthalt in 4.000 Meter Höhe.

Nach einer radiĂ€ren Keratotomie (eine Operation die heutzutage nicht mehr durchgefĂŒhrt wird) kam es zu einer deutlichen Änderung der Refraktion. Nach PRK und in der kurzsichtigen Kontrollgruppe blieb die Refraktion dagegen stabil (Mader et al. 1996). Diese Ergebnisse konnten auch fĂŒr die LASIK bestĂ€tigt werden. Weder PRK noch LASIK fĂŒhren somit zu einer stĂ€rkeren EinschrĂ€nkung des Sehvermögens in großen Höhen.


StabilitÀt des LASIK-Lentikels

Der LASIK-Lentikel verwĂ€chst zwar wieder mit der Hornhaut, allerdings ist die Hornhaut weniger stabil als vor der LASIK. Im Hinblick auf das mögliche Risiko eines Verrutschen des Hornhaut-Flaps (Lentikeldislokation) untersuchten Laurent, Schallhorn und Kollegen die StabilitĂ€t des Lentikels am Kaninchen. Vier Tage nach LASIK mit einem mechanischen Mikrokeratom wurden mit einem Pressluftgewehr SchĂŒsse auf die Hornhaut abgegeben.

Hierbei gelang es erst bei extremem Luftdruck, eine Lentikeldislokation zu erreichen. Bei einem Luftdruck entsprechend einer Windgeschwindigkeit von 400 Knoten, die der Geschwindigkeit beim Ausstieg per Schleudersitz entsprechen, kam es in keinem Fall zu einer Dislokation. Hinsichtlich der LentikelstabilitĂ€t bestehen somit schon bei der LASIK mit einem Mikrokeratom keine Bedenken fĂŒr den Einsatz bei Jetpiloten oder Astronauten.

In neueren Untersuchungen wurde die StabilitĂ€t des Lentikels auch nach LASIK mit dem Femtosekundenlaser (Femto-LASIK) gemessen. Mehrere Studien wiesen nach, dass die Lentikel nach Femto-LASIK deutlich stabiler sind. Eine Studie aus dem Mannheimer FreeVis Zentrum gab an, dass die Kraft, die aufgewendet werden muß um den Lentikel anzuheben, nach Femto-LASIK etwa 2,5-fach höher war als nach Mikrokeratom-LASIK. Dieser Unterschied war statistisch hochsignifikant.

Hinsichtlich der LentikelstabilitĂ€t lĂ€sst sich also feststellen, dass bereits nach LASIK mit einem Mikrokeratom eine fĂŒr den Einsatz in Kampfjets ausreichende StabilitĂ€t vorliegt. Durch den Einsatz eines Femtosekundenlasers wird eine noch wesentlich höhere StabilitĂ€t erreicht.

Quelle:
Der AugenSpiegel, 06/2008


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