Das menschliche Auge

 
 

Das Auge ermöglicht uns, unsere Umwelt wahrzunehmen. Für viele Menschen ist das Sehen der wichtigste Sinn. Doch wie funktioniert's?

Der Aufbau des normalen menschlichen Auges, von der Seite betrachtet, ist in Abbildung 1 dargestellt. Die durchsichtige Hornhaut bildet den vorderen Abschluß des Auges. Von links nach rechts im Bild folgt als nächstes die Regenbogenhaut mit der Pupille. Direkt dahinter liegt die Linse, ganz rechts im Bild ist die Netzhaut dargestellt.



Abbildung 1: Aufbau eines normalsichtigen Auges
   
         
    Der Aufbau des Auges ist sehr gut mit dem einer Photokamera (siehe Abbildung 2) vergleichbar. Die Hornhaut wirkt wie eine gläserne Linse und entspricht der vordersten Linse des Kameraobjektives. Die Pupille entspricht der Blende der Photokamera. Die Linse des Auges entspricht den übrigen gläsernen Linsen, die in einem Kameraobjektiv eingebaut sind. Die Netzhaut schließlich ist mit dem Film in einer Photokamera vergleichbar.



Abbildung 2: Aufbau einer Photokamera
   
         
   

Das Zusammenspiel von Hornhaut, Pupille und Linse erzeugt ein scharfes Bild der Umwelt auf der Netzhaut. Ebenso wird beim Photoapparat durch das Objektiv ein scharfes Bild der Umwelt auf dem Film erzeugt. Beim Photoapparat muß vor jeder Aufnahme das Bild durch Drehen am Objektiv scharfgestellt werden (moderne Kameras verfügen über einen sog. "Autofokus", d.h., die Scharfstellung erfolgt automatisch). Beim normalen Auge erfolgt diese Scharfstellung durch eine automatische Verformung der Augenlinse. Ein normales Auge sieht in der Ferne immer scharf. Beim Blick in die Nähe, z.B. zum Lesen, verformt sich nun automatisch die Augenlinse, so dass auch in der Nähe scharf gesehen werden kann. Diese Fähigkeit der Augenlinse läßt im Alter nach (ca. ab dem 40. Lebensjahr).

Das optische System des Auges lenkt ankommende Lichtstrahlen (Bilder, die wir sehen) so ab, dass diese sich bei normalsichtigen Augen in einem Brennpunkt genau auf der Netzhaut treffen, in der Regel auf dem Punkt des schärfsten Sehens. Diese Ablenkung nennt man Brechung. Aus den verschiedenen Anteilen des optischen Systems des Auges ergibt sich die Gesamtbrechkraft, die in Dioptrien (dpt) angegeben wird. Stimmt die Brechkraft, werden Bilder, die wir sehen, scharf auf der Netzhaut abgebildet.



Abbildung 3: Das Zusammenspiel von Hornhaut, Pupille und Linse
erzeugt ein scharfes Bild der Umwelt auf der Netzhaut.

Liegt der Brennpunkt nicht genau auf der Netzhaut, also davor oder dahinter, wird die Umgebung unscharf abgebildet.

Man spricht von einem Brechungsfehler oder einer Fehlsichtigkeit, umgangssprachlich auch Sehfehler genannt. Unter diesem Begriff werden die Kurzsichtigkeit (Myopie), die Übersichtigkeit (auch Weitsichtigkeit oder Hyperopie genannt) und die Stabsichtigkeit (Astigmatismus) zusammengefaßt.

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